- Details
Ingwald Strasser †
Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser Ehrenmitglied Ingwald Strasser (*25. Jänner 1951) gestern, am 9. Jänner 2026 verstorben ist. Wir verlieren mit ihm eine der prägendsten Persönlichkeiten der MedUni Wien.
Ingwald war über Jahrzehnte jene Person, die die MedUni Wien – und davor bereits die medizinische Fakultät – in besonderer Weise prägte: der personifizierte Personalvertreter, dem diese Universität und ihre Bediensteten unendlich viel zu verdanken haben.
Seit der Gründung der Medizinischen Universität Wien im Herbst 2003 war Ingwald bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Herbst 2016 – der so jedoch in Wahrheit nie stattfand – durchgängig zumindest stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrates. In dieser und weiteren Funktionen begleitete und gestaltete er maßgeblich zentrale Phasen des universitären Umbruchs, wie z.B. den Übergang von UOG 75 auf UOG 93 und damit die Teilrechtsfähigkeit der Universitäten, die Einführung des KA-AZG, die Implementierung des UG 2002 sowie die Schaffung und Implementierung des Kollektivvertrages.
Ingwald gehörte nicht zu denen, die an der Universität arbeiten, also angestellt waren – er arbeitete AN der Universität, im Sinne von Gestaltung und universitärer Weiterentwicklung. Mit dem zentralen Fokus auf deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Verständnis, dass eine Universität nicht aus einer Summe von Angestellten besteht, sondern dass es die Menschen sind, welche die Universität bilden. Und dass Strukturen für diese Menschen da sein sollten und nicht umgekehrt.
Aus dieser Überzeugung heraus setzte er sich unermüdlich für die Anliegen der Bediensteten unserer Universität ein, ebenso für jene der ausgegliederten Gesellschaften. Wurde ein Problem an Ingwald herangetragen, wusste man es in guten Händen. Unbeirrbar, verlässlich und mit absoluter Diskretion begleitete er Anliegen bis zu ihrer – meist positiven – Lösung. Sein Handeln war geprägt von Hilfsbereitschaft, von der Suche nach praktikablen Wegen und von einer Haltung, die sich nie in den Vordergrund drängte. Häufig wirkte er im Hintergrund, vermittelte und ermöglichte Lösungen, ohne sich selbst zum Thema zu machen.
Dass Ingwald in dieser Rolle ein so außergewöhnliches Ausmaß an Bekanntheit, Wertschätzung und – vor allem – tiefem Respekt erlangte, ist wohl der beste Beleg für seine stetige, ehrliche und integre Arbeit an unserer Universität.
Die Leere, die Ingwalds Ableben an unserer Universität hinterlässt, lässt sich in Worten nicht ausdrücken.
Aber noch viel größer ist die Leere angesichts des Verlustes eines wunderbaren Menschen, eines sehr engen persönlichen Freundes. Eines humorvollen, zutiefst anständigen Menschen, der immer "da" war – eben auch als Freund.
Der sich auch seiner Krankheit mit der gleichen nüchternen Analysefähigkeit stellte, die ihn beruflich charakterisierte. Der seinen Optimismus auch in dieser Situation nie verlor und der auch am Krankenbett noch bis zuletzt als Diskussionspartner und Ratgeber zu universitären Themen fungierte – es war Teil seiner Persönlichkeit, Teil seines Lebens.
Es war offensichtlich, dass sich in den letzten Wochen Ingwalds Gesundheitszustand deutlich verschlechterte. Als unsere täglichen Telefonate um die Weihnachtszeit herum einen zweitägigen Rhythmus bekamen, der wenig später dreitägig wurde, ließen auch die persönlichen Besuche das eigentlich Unvorstellbare dann doch erahnen.
Es tut mir leid, wenn ich jetzt und in dieser Situation nicht die Worte finde, um alle Facetten Deiner Persönlichkeit anzusprechen - aber wir sind unendlich dankbar, einen so langen (wenn auch immer noch zu kurzen) Weg mit Dir gegangen zu sein.
„Ich habe immer alles verstanden, nur nicht den Tod“
Von der Liebe und anderen Dämonen (Gabriel García Márquez, 1994: Del amor y otros demonios).
