Suspendierung des Leiters der Universitätsklinik für Chirurgie

Dienstag nachmittag wurde die Suspendierung des Leiters der Universitätsklinik für Chirurgie sowie die Einleitung (weiterer) dienstrechtlicher Schritte durch den Rektor der MedUni Wien bekannt gegeben. Hintergrund sind (nun offenbar bestätigte) schwere Vorwürfe zu Operationen, welche vom beschuldigten Chirurgen entgegen dem verfassten OP-Protokoll nicht selbst vorgenommen worden waren. Belegt wurden diese Vorwürfe offenbar durch OP-Protokolle welche zeitlich gleichzeitig stattfindende Operationen des Klinikleiters in AKH und Privatklinik dokumentieren. mehr

(ein wenig) mehr Professuren für den Mittelbau

Im Zuge der Verhandlungen zu den Leistungsvereinbarungen (Rektor – Ministerium) für den Zeitraum 2019 – 2024 ergab sich quasi als "Zwischeneffekt" (die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen) eine Erhöhung der gesetzlich für den Mittelbau vorgesehenen Professorenstellen, nachdem das Ministerium dem Rektor in ungewohnter Deutlichkeit beschieden hatte, dass die derzeit von der MedUni Wien betriebene Implementierung von Entwicklungsvereinbarungen (als Umgehung der gesetzlich vorgesehenen Qualifizierungsvereinbarung) – wörtlich - rechtswidrig sei.
Insgesamt sollen nunmehr bis 2024 35 (statt 20) QVs und 60 (statt 40) Professuren nach §99 vergeben werden. Formale Notwendigkeit dazu ist die Aufnahme dieser Zahlen in den Entwicklungsplan, Stellungnahme des Senats und nachfolgender Beschluss durch den Unirat. Der Antrag dazu liegt bereits vor, Details finden sich in der unten stehenden Tabelle.
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MedAT mit alten und neuen Problemen

Am Freitag, dem 6. Juli fand wieder das gemeinsame Aufnahmeverfahren der öffentlichen österreichischen Medizinischen Universitäten (bzw. der medizinischen Fakultät in Linz) statt.
Das (wieder einmal) eindrucksvolle Großereignis – 5.945 StudienwerberInnen stellten sich allein in Wien dem MedAT – fand auch in der Presse seinen Widerhall und wurde von den Verantwortlichen für Wortspenden unterschiedlichen inhaltlichen Gehalts genutzt. Dabei würde es gerade auf inhaltlicher Basis einiges zu diesem Test zu sagen geben – ein Test, der aus PR-Gründen ständig (und kostenpflichtig) "weiterentwickelt" wird obwohl der Testentwickler selbst freimütig zugibt, dass die neuen Module keinen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Fragen, welche in ihrem Format den grundlegenden didaktischen Empfehlungen zur Fragengestaltung widersprechen und inhaltlich teilweise die LernZIELE des ersten Studienjahres abbilden. Ein Formentest, dessen Relevanz für eine festzustellende ärztliche Eignung nicht gegeben ist, ein Lerntest welcher Fähigkeiten testet, welche im klinischen Alltag explizit nicht angewandt werden sollten.
Bedauerlich, dass hier seit Jahren jeder Diskurs verweigert wird – zu einem der für eine Universität wichtigsten Themen: der Auswahl der Studierenden.
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Verrückt: digitales Medizin-Studium ist EU-akkreditiert

In Österreich weitgehend unbemerkt, wurde in Malta ein "neues Studienmodell" akkreditiert: der in Malta ansässigen European Digital University (EDU) – Teil der ebenfalls in Malta registrierten Digital Education Holdings Ltd. - gelang es tatsächlich, ein (halb)virtuelles Medizinstudium durch das Ministerium für Bildung und Arbeit der Republik Malta akkreditiert zu bekommen. Somit sind die Voraussetzungen für eine Anerkennung in den übrigen EU-Ländern gegeben.
In diesem Studium soll die "Ausbildung" der Studierenden in sämtlichen theoretischen Inhalten nur noch als Online-Fernstudium erfolgen, die klinischen Inhalte werden auf Vertragskliniken aufgeteilt, welche sich (zumindest derzeit) ausschließlich in Deutschland befinden. Momentan einziger Vertragspartner: die Helios-Kliniken, welche in den letzten Jahren durchaus medienpräsent waren – wennschon nicht in Zusammenhang mit akademischer Lehre und qualitätsvoller medizinischer Ausbildung.
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