ONB Jubiläumsfonds: Aus für medizinische Forschung

Nachdem eine vor rund zwei Wochen erfolgte Presseaussendung der Österreichischen Nationalbank weitgehend unbemerkt geblieben war, wurde nunmehr auch medial kolportiert, dass die ONB bereits ab 2020 nur noch Forschungsprojekte zum Thema Ökonomie fördern wird.
"Wir wollen, dass die Projekte, die wir fördern, auch einen Bezug zur Nationalbank haben", so der zuständige OeNB-Direktor Thomas Steiner. „Der Jubiläumsfonds soll keine allgemeine Forschungsförderung sein.“ Finanziert werden soll nur noch Forschung, die „notenbankrelevant“ ist – sich also mit wirtschaftlichen Themen rund um Zentralbanken beschäftigt.
Damit bleibt die gesamte medizinische Forschung von einer Forschungsfinanzierung durch die ONB ausgeschlossen – sowohl im Grundlagen- wie auch im klinischen Bereich. Angesichts der Tatsache, dass sich die "Auswahl" an forschungsfördernden Institutionen, welche in nennenswertem Ausmaß finanziell ausgestattet sind und nicht-wirtschaftsabhängige Forschung finanzieren, damit de facto auf den FWF reduziert, ein desaströser Schritt.

Professuren nach §99 (4): ungelöste Probleme und neue Fragen

Am 18. September erfolgte durch den Rektor eine weitere Ausschreibung für Professuren nach §99 (4) – also ausschließlich für a.o. Univ.Profs und Assoz. Univ.Profs welche an der MedUni WIen angestellt sind.
Diese Ausschreibung erfolgte insofern überraschend, als die im Rahmen des (vor dem Sommer erfolgten) Professorinnen-Call identifizierten Probleme (Benennung der Qualifikationserfordernisse; Inhalt und technische Umsetzung des Fact-Sheets) ohne Anpassung auch in den aktuellen Call getragen wurden. Zusätzlich erfolgte die Ausschreibung zu einem Zeitpunkt, an dem der Professorinnen-Call noch (lange) nicht angeschlossen ist – wie sollen die Bewerberinnen aus dem Professorinnen-Call also mit dem aktuellen (in Bezug auf das Geschlecht offenen) Call umgehen?
Ich habe nachfolgend versucht, einen Überblick zu den Problemen im Verfahren zu geben sowie Antworten auf aktuelle Fragen zu diesen beiden Calls (Doppelbewerbungen Professorinnen-Call und aktueller Call, Gehalt für diese Professuren, Professur vs. Beamtenstatus).
mehr

Neuer Senat konstituiert

Am 27. September erfolgte die Konstituierung des neuen Senats (Funktionsperiode 1. Oktober 2019 bis 30. September 2021).
Zur Vorsitzenden wurde Maria Sibilia gewählt.
Stellvertretende Vorsitzende: Regina Patricia Schukro (1. Stv.), Eren Eryilmaz (2. Stv.) und Klaus Markstaller (3. Stv.).
Im Anschluss fand eine "Übergabeklausur" statt, in der ausgesuchte Themen des "alten" Senats im Rahmen von Präsentationen und Diskussionen an den zukünftigen Senat übergeben wurden:

  • Visitationsteam Ambulanzen AKH und externe Ambulanzen (Daniela Kitzmantl)
  • Habilitationen - Überarbeitung der Kriterien: Ivo Volf
  • Umstellung auf Bologna-Struktur (Harald Sitte, Vortrag zur Situation in der Schweiz von Thomas Zeltner)
  • Professorinnen-Call: Ivo Volf

Ingwald geht: Christian Windischberger neuer BR-Vorsitzender

Nachdem das AMM-Urgestein Ingwald Strasser vor dem Sommer bekanntgegeben hatte, dass er über das Auslaufen seines aktuellen Arbeitsvertrages hinaus kein weiteres Beschäftigungsverhältnis an der MedUni Wien annehmen möchte, wurde in der September-Sitzung des Betriebsrates der Vorsitz für den Rest der Funktionsperiode neu gewählt.
Als stimmenstärkste Fraktion der letzten BR-Wahlen nominierte die AMM Christian Windischberger (Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik) für diese Funktion, er wurde ohne Gegenkandidaten zum neuen BR-Vorsitzenden gewählt.
Die aktuellen BR-Mitglieder sind hier angeführt.

Wir wünschen Christian alles Gute für diese herausfordernde und arbeitsintensive Aufgabe. Gleichzeitig möchte ich mich bei Ingwald für sein jahrzehntelanges Engagement bedanken, er prägte damit die Entwicklung der Universität weit über die Verhandlungen um Arbeitszeiten, Diensträder sowie Karriere- und Gehaltsmodelle hinaus. Zusätzlich war er für unzählige KollegInnen ein immer präsenter Ratgeber und Unterstützer.